Blattläuse bekämpfen
Ihre Pflanzen sind von Blattlaus-Kolonien bevölkert? Mit diesen Hausmitteln und Tipps bekommen Sie die Plage auf natürliche Weise in den Griff.
MIT DIESEN NÜTZLINGEN BLATTLÄUSE ERFOLGREICH BEKÄMPFEN
Aussehen, Schadbild und was gegen sie hilft
Zur Familie der Blattläuse (Aphidoidea) gehören zahlreiche Gattungen. Haben sie sich im Garten oder Gewächshaus etabliert, kommt es schnell zu einer deutlichen Vermehrung. Viele Gewächse kann die kleine Laus dann schädigen. Grund genug, sie effektiv zu beseitigen.
In diesem Beitrag erfahren Sie, woran Sie Blattläuse erkennen, was Sie bei der Bekämpfung beachten müssen und wie Sie einem Befall vorbeugen. Außerdem zeigen wir Ihnen elf Hausmittel als wertvolle Tipps gegen Blattläuse.
- Kolonien an Blattunterseiten und Trieben,
- Kümmerwuchs,
- Kräuselungen der Blätter,
- Verfärbungen der Blätter,
- vertrocknete Blätter
- und Blattfall.
Selbst im Nutzgarten kommt die Laus nicht selten vor. Die grüne Salatblattlaus (Nasonovia ribisnigri) mag Salate, die Schwarze Bohnenblattlaus (Aphis fabae) Bohnen und die Möhrenwurzellaus (Dysaphis crataegi) sitzt wiederum mit Vorliebe am Ansatz des Möhrengrüns. Weitere Opfer verschiedener Blattläuse sind Erdbeeren, Himbeeren und sogar Apfelbaum und Kirschbaum.
Unangenehm ist gleichermaßen die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae), die während des Frühlings vornehmlich auf Pfirsichbäumen lebt und sich später neue Wirte sucht. Dabei schätzt sie Gemüsegewächse, weswegen auch Paprika und Zucchini Blattläuse aufweisen können. Gurken sind ebenfalls nicht sicher vor der Plage. Blattläuse an Gurkenpflanzen gehören häufig zur Gattung der grünen Gurkenblattlaus (Aphis Gossypii).
Doch damit noch nicht genug: die Grüne Erbsenblattlaus (Acyrthosiphon pisum) befällt Erbsenpflanzen. Überraschenderweise handelt es sich hierbei oft um rote Blattläuse. Zu guter Letzt kann die Mehlige Kohlblattlaus (Brevicoryne brassicae) im Garten vor allem an Blumenkohl vorkommen.
Eine stark anziehende Wirkung auf die Läuse hat grüne Farbe. Dies ist wichtig zu wissen, wenn es um bevorzugte Pflanzen geht. Somit haben Blattläuse auch
- Petersilie,
- Basilikum,
- Minze,
- Kapuzinerkresse
- und Liebstöckel
gerne. Des Weiteren sind Blattläuse an Zimmerpflanzen und im Ziergarten häufiger vertreten. So kann Oleander Blattläuse aufweisen, aber auch an
- Petunien,
- Dipladenia,
- Palmen,
- Schneeball,
- Gartenjasmin,
- Clematis,
- Orchidee
- und Bambus
kommen sie durchaus vor. Im Garten kann es hilfreich sein, statt grüner Salate rotblättrige Varianten zu kultivieren. Hier entfällt die anziehende Wirkung. Ferner gibt es verschiedene Gewächse, die eine gewisse Toleranz oder Resistenz aufweisen.
1. Marienkäfer und dessen Larven
Kein Insekt steht so sehr für die natürliche Schädlingsbekämpfung wie der Marienkäfer. Noch besser gelingt die Bekämpfung, wenn Sie Marienkäferlarven platzieren. Diese haben einen schier endlosen Apetit und fressen pro Tag bis zu 150 der kleinen Läuse, während adulte Tiere „nur“ auf 50 pro Tag kommen.
Tipp:
Sollen gegen Blattläuse Marienkäfer zum Einsatz kommen, müssen Sie vorab eventuell etwas gegen Ameisen in Ihrem Garten tun. Diese könnten der Bekämpfungsmaßnahme sonst entgegenwirken.
2. Ohrwürmer
Das Anlocken von Ohrenkneifern lohnt sich ebenfalls, wenn Sie Blattläuse natürlich bekämpfen wollen. Stellen Sie mit Holzwolle gefüllte Blumentöpfe mit der Öffnung nach unten nahe betroffener Gewächse auf, danken es Ohrwürmer Ihnen mit dem Verspeisen der lästigen Plagegeister.
3. Florfliegenlarven
Ab einer Temperatur von rund acht Grad Celsius lassen sich Florfliegenlarven als Nützlinge gegen Blattläuse sehr gut einsetzen.
Ob im Freiland, im Gewächshaus oder auf dem Balkon - Florfliegenlarven, auch Blattlauslöwen genannt, sind sehr robuste und vielseitige Nützlinge.
Sobald sie ausgewachsen sind, fliegen die Florfliegen, wie auch die Marienkäferlarven, leider ins Freie und müssen ersetzt werden.
Das Schöne an Florfliegenlarven ist, dass sie nicht nur für Blattläuse Fressfeinde darstellen, sondern auch Thripse, Wollläuse und Spinnmilben vertilgen. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen die Florfliegen als vielseitigen Nützling für Ihren Garten, Ihren Balkon oder Ihr Gewächshaus.
4. Schlupfwespen
Sollen Schlupfwespen gegen Blattläuse helfen, müssen sie den Gattungen Aphidius colemani, Aphidius matricariae oder Aphidius ervi angehören und bei Temperaturen ab 18-20 Grad Celsius eingesetzt werden. In unserem Onlineshop finden Sie einen Schlupfwespenmix der gegen ein breites Spectrum an Blattlausarten eingesetzt werden kann. Weibliche Tiere parasitieren die Schädlinge, indem sie ihre Eier direkt in die Blattlaus hineinlegen. Nach etwa zwei Wochen schlüpft die adulte Schlupfwespe aus der abgestorbenen Laus und kann erneut gegen die Plage vorgehen. Eine Wespe reicht aus, um rund 200 Blattläuse zu vernichten.
5. Gallmücken
Blattläuse beseitigen Sie an Dauerkulturen im Gewächshaus besonders effektiv mit der Gallmücke. Das Gewächshaus ist deshalb ein guter Ort, da die Nützlinge es gerne hell und feucht haben. Die Puppen bringen Sie unkompliziert aus. Sie gelten als besonders effektiv gegen grüne Blattläuse, die gerne an Gurken sitzen.
Gut zu wissen:
Nützlinge sind hervorragende natürliche Mittel gegen Blattläuse. Daher tun Sie gut daran, Ihren Garten möglichst naturnah zu gestalten (passende Pflanzen für Ihren persönlichen Naturgarten finden Sie in der verlinkten Rubrik). Durch das Anlegen von Totholzecken und ein artenreiches Blühpflanzenangebot gewährleisten Sie optimale Bedingungen für eine stabile Population.
Abspülen und Aufsammeln
Die Winzlinge können sich nur bedingt an Pflanzen festhalten. Mit einem Wasserstrahl lassen sie sich gut entfernen. Nach der Behandlung sammeln Sie die kleinen Tiere auf und entsorgen sie im Hausmüll. Mit dieser Methode können Sie bei einem geringen Befall Blattläuse loswerden.
Triebspitzen entsorgen
Da sich die Läuse gerne an Trieben und noch jungen Blättern aufhalten, können Sie diese zur Bekämpfung abschneiden. Das Schnittgut beseitigen Sie anschließend im Hausmüll.
Zimmerpflanzen abduschen
Blattläuse auf Zimmerpflanzen lassen sich bei einem geringen Befall gut abduschen. Hierfür schützen Sie die Erde und den Topf mit einer Plastiktüte und bringen die Pflanze in die Waagerechte. Anschließend brausen Sie die Blätter mit einem nicht zu harten Wasserstrahl ab, sodass die Läuse von der Zimmerpflanze fallen. Sollten sich am Folgetag immer noch Schädlinge auf dem Gewächs befinden, kann es einfach noch einmal geduscht werden.
Warum beschützen Ameisen Blattläuse?
Ameisen und Blattläuse verbindet eine leckere Beziehung. Die Ameisen schätzen deren süßliche Ausscheidungen, daher schützen sie diese gegen Fraßfeinde wie Marienkäfer. Dabei fressen Ameisen Blattläuse eher selten, schließlich wollen sie ihre Nahrungsquelle nicht versiegen lassen. Deshalb melken sie die Läuse stattdessen und erhalten sie so.
Fressen Wespen Blattläuse?
Ja! Auch wenn Wespen im Garten nicht immer beliebt sind, erweisen sie sich als echte Hilfe im Kampf gegen die Schädlinge. Bedenken Sie dies, wenn bei der nächsten Grillfeier eine Wespe als ungeladener Gast erscheint und Sie sich dieser entledigen wollen.
Können Blattläuse fliegen?
Manche Arten und Exemplare sind dazu in der Lage. Oft entwickeln sie Flügel, wenn die Umgebungsbedingungen es erfordern. Das ermöglichen Mutationen, die bei der Klonung erfolgen.
Sind Blattläuse im Salat gefährlich?
Nein! Natürlich sollten Sie jeden Salat vor dem Verzehr gründlich waschen. Bleibt doch einmal eine Laus an ihm hängen und Sie essen diese mit, stellt das aber kein gesundheitliches Risiko dar.
Befallen Blattläuse Menschen?
Nein! Als Wirt ist der Mensch für die Blattlaus denkbar ungeeignet und daher gänzlich unattraktiv.
Fressen Raupen Blattläuse?
Nein! Raupen sind Pflanzenfresser. Es gibt jedoch einige Larven anderer Insekten, die Raupen äußerlich ähneln und sich gerne an den Läusen gütlich tun.